Künstliche Intelligenz ist in Schweizer Unternehmen angekommen – von der automatisierten Kundenkommunikation bis zur Risikobewertung. Was vielerorts fehlt, sind Fachleute, die KI-Projekte nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch, rechtlich und ethisch verantwortungsvoll steuern. Genau das ist die Rolle des KI-Managers. Dieser Artikel zeigt, welche Ausbildung dahin führt.
Was macht ein KI-Manager?
Ein KI-Manager (auch AI Manager oder AI Governance Manager) verantwortet den geordneten Einsatz von künstlicher Intelligenz in einer Organisation. Typische Aufgaben:
- KI-Strategie und Governance: Regeln definieren, welche KI-Systeme wie eingesetzt werden dürfen – inklusive Freigabeprozessen und Verantwortlichkeiten.
- Risikomanagement: Risiken wie Verzerrungen (Bias), Datenschutzverletzungen oder fehlerhafte Modellentscheide erkennen, bewerten und behandeln.
- Compliance: Anforderungen aus dem EU AI Act, dem Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG) und branchenspezifischen Vorgaben umsetzen – relevant für alle Schweizer Firmen, die Kunden im EU-Raum bedienen.
- Schnittstellenarbeit: Zwischen Geschäftsleitung, IT, Rechtsdienst und Fachabteilungen vermitteln, damit KI-Projekte produktiv und regelkonform laufen.
Die Rolle entsteht derzeit in Banken, Versicherungen, Industrie, Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung – oft als Erweiterung bestehender Funktionen in IT-Leitung, Compliance, Datenschutz oder Qualitätsmanagement.
Welche Ausbildung führt zum KI-Manager?
Einen geschützten Berufstitel «KI-Manager» gibt es nicht. Was in Stellenausschreibungen und Mandaten zählt, sind international anerkannte Zertifizierungen, die belegbares Wissen nachweisen. Zwei Wege haben sich etabliert:
Weg 1: ISO/IEC 42001 – der Standard für KI-Managementsysteme
ISO/IEC 42001 ist der weltweit erste zertifizierbare Managementsystem-Standard für künstliche Intelligenz (AIMS, Artificial Intelligence Management System). Wer ihn beherrscht, kann in Organisationen ein strukturiertes KI-Management aufbauen – analog zu ISO 27001 in der Informationssicherheit. Die Ausbildungsstufen:
| Stufe | Dauer | Für wen |
|---|---|---|
| ISO/IEC 42001 Foundation | 2 Tage | Einsteiger, Führungskräfte, die den Überblick brauchen |
| ISO/IEC 42001 Lead Implementer | 5 Tage | Wer ein KI-Managementsystem aufbauen und betreiben will – der Kern der KI-Manager-Rolle |
| ISO/IEC 42001 Lead Auditor | 5 Tage | Wer KI-Managementsysteme prüfen und auditieren will |
Weg 2: Certified AI Manager (CAIM)
Der Certified AI Manager (CAIM) von PECB ist direkt auf die Management-Rolle zugeschnitten: KI-Strategie, Use-Case-Bewertung, Team- und Projektführung, Ethik und Governance. Der Kurs dauert 5 Tage und schliesst mit einer Open-Book-Prüfung (Essay-Typ, 3 Stunden) ab. Er eignet sich besonders, wenn Sie KI-Initiativen führen, ohne selbst Modelle zu entwickeln.
Unsere Empfehlung für die meisten Profile
Ohne Vorkenntnisse: mit ISO/IEC 42001 Foundation starten (2 Tage), danach Lead Implementer oder CAIM je nach Rollenfokus – Systemaufbau versus Führung. Mit Erfahrung in Compliance oder Informationssicherheit können Sie direkt in eine 5-Tages-Stufe einsteigen; wir beraten Sie gerne unverbindlich.
Offerte anfragenSo läuft die Zertifizierung ab
- Format wählen: Self-Study, eLearning, Live-Online-Training oder Präsenzschulung – je nachdem, wie viel Struktur und Interaktion Sie möchten. Für Teams sind Inhouse-Schulungen möglich.
- Vorbereiten: Sie arbeiten mit den offiziellen PECB-Kursunterlagen; bei trainergeführten Formaten begleitet Sie ein erfahrener Instruktor.
- PECB-Prüfung ablegen: online mit Fernaufsicht oder im Prüfungszentrum. Foundation: Multiple-Choice, 1 Stunde. Lead-Stufen und CAIM: Essay-Typ, Open Book, 3 Stunden. Bei Nichtbestehen können Sie die Prüfung innert zwölf Monaten kostenlos wiederholen.
- Zertifikat erhalten: Prüfung und Zertifikat werden von PECB ausgestellt und sind in über 150 Ländern anerkannt.
Lohnt sich die Ausbildung?
Der Bedarf an KI-Governance-Kompetenz wächst schneller als das Angebot an Fachleuten. Mit dem EU AI Act, der schrittweise verbindlich wird, brauchen auch viele Schweizer Unternehmen mit EU-Bezug dokumentierte KI-Prozesse – und Menschen, die sie verantworten. Eine anerkannte Zertifizierung ersetzt keine Berufserfahrung, macht Ihre Kompetenz aber sichtbar und vergleichbar: für interne Rollenwechsel ebenso wie für Bewerbungen und Mandate.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Studium?
Nein. Die PECB-Zertifizierungen stehen auch Berufsleuten ohne einschlägiges Studium offen. Erfahrung in IT, Compliance, Datenschutz oder Projektleitung ist eine gute Ausgangslage.
Muss ich programmieren können?
Nein. KI-Management ist eine Governance-Disziplin: Es geht um Prozesse, Risiken und Verantwortlichkeiten, nicht um Modellentwicklung. Technisches Grundverständnis hilft, wird im Kurs aber aufgebaut.
Wie lange dauert es insgesamt?
Foundation: 2 Kurstage. Lead Implementer oder CAIM: 5 Kurstage plus individuelle Prüfungsvorbereitung. Im Self-Study oder eLearning bestimmen Sie das Tempo selbst.
Ihre KI-Ausbildung mit Zertavis
Zertavis ist offizieller PECB-Partner mit Sitz in der Schweiz. Sie erhalten die offiziellen Kursunterlagen, wählen Ihr Trainingsformat und werden bis zur Prüfungsanmeldung persönlich begleitet.
Alle KI-Zertifizierungen ansehenZertavis ist offizieller PECB-Partner. Prüfungen und Zertifikate werden durch PECB ausgestellt. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung; Stand: Juli 2026.